Briefkasten mit Böller gesprengt – was nun?

Alle Jahre wieder kommt nicht nur der Weihnachtsmann. Oft genug kommen aufgrund des nahen Jahresendes auch Böller und andere Silvesterknallereien in Umlauf, die von „verantwortungsbewussten“ Zeitgenossen ob ihrer Wirkung schon einmal vor dem 31. Dezember getestet werden. Um den Knalleffekt noch zu steigern, werden hierzu vorzugsweise Briefkästen anderer Leute als Testobjekte verwendet.

Wer bezahlt den Schaden?

Die Chancen, den Verursacher eines durch Böller beschädigten Briefkastens zu ermitteln, wenn er oder sie nicht auf frischer Tat ertappt werden, sind denkbar schlecht. Wenn schon die Aufklärungsrate bei Fahrraddiebstahl gerade einmal bei 10 % liegt, darf bei einem Bagatelldelikt wie der Beschädigung des Briefkastens kaum erwartet werden, dass die Polizei den Täter fasst. Sollte es wider Erwarten tatsächlich zu einer Täterermittlung kommen, dann muss er, oder meist seine Eltern, dafür geradestehen. Deshalb jedoch erst gar nicht den Freund und Helfer einzuschalten, könnte ein Fehler sein.

Unter Umständen übernimmt bei fehlendem Fahndungserfolg die Versicherung des Briefkasteneigentümers den Schaden, jedoch nicht wie oft angenommen die Hausratversicherung. Die beschränkt sich in der Regel auf bewegliche Dinge, wozu der Briefkasten üblicherweise nicht gehört.

Es ist die Gebäudeversicherung des Hausbesitzers, die dafür der richtige Ansprechpartner ist.

Gibt es „böllersichere“ Briefkästen?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja, aber. Zum einen dient ein Briefkasten dazu, Briefe bis zu einer gewissen Breite und Länge aufzunehmen. Dazu muss ein passender Briefschlitz vorhanden sein, in den nun einmal auch bestimmte Böller passen. Das unbefugte Herausnehmen von Briefsendungen lässt sich recht leicht verhindern. Zum anderen jedoch einen Menschen daran zu hindern, etwas in passender Größe in den Briefkasten zu werfen, das da nicht hineingehört, lässt sich nur mit einem Aufwand abwenden, der jeden normalen Kostenrahmen sprengt. Mittels einer Videoüberwachung könnte beispielsweise der Täter gefasst werden, die Tat selbst lässt sich kaum verhindern. Immerhin kann der Briefkasten so gebaut sein, das er bei der Explosion des Böllers nicht oder nur unwesentlich beschädigt wird. Der Inhalt, die Briefsendungen, sind auf jeden Fall zerstört. Ob sich jedoch ein entsprechend teurer Sicherheitsbriefkasten wirklich lohnt, das muss jeder Eigentümer selbst entscheiden.

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Ziegler-metall.de

(Fotos: Ziegler Metall)

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